Softbaits (Gummiköder) von A bis Z

Köder aus Weichplastik oder kurz Gummi, gibt es in unzähligen Formen, Farben und Ausführungen.

Wir möchten euch an dieser Stelle kurz mal die häufigsten Formen und deren Unterschiede erklären.

Grundsätzlich werden Gummiköder in folgenden Gruppen Unterschieden:

Shads ( Fischähnlich ), Creatures ( Krebs- oder Insektenähnlich ), Twister, Tubes und Würmer.

Diese Oberbegriffe, gliedern sich dann weiter auf, je nach Laufverhalten und Einsatzzweck der Köder.

Fangen wir bei den am häufigsten genutzten Ködern, den Shads an.Es folgen in diesen Artikel immer mal wieder Ergänzungen und Erweiterungen rund um das Thema Softbaits. Wir werden alles nur kurz anreissen, da wir denken, dass man zu jedem Beriff fast eine eigene Studie erfassen könnte.

 

 


Shad (Oberbegriff)

Die wohl häufigste und universellste Form des Softbaits. Aber auch bei dieser Köderform gibt es gravierenden Unterschiede, die den jeweiligen Einsatzbereich unterscheiden. Es gibt Köderformen mit einer schlanken oder bauchigen Siluette, die das Laufverhalten unter Wasser beinflussen. Der wohl aber wichtigste Unterschied ist die Form und Ausführung des Schwanzendes. Je nachdem wie die Schwanzschaufel ausgerichtet ist, bewegt sich der Shad Unterwasser. Man unterscheidet dabei folgende Formen :


V-Tail

V-Tail Köder sind mit einem gegabelten Schwanz ausgestattet, der eine sehr geringe Eigenbewegung besitzt. Klasisch werden diese Köder am DS-Rig ( DropShot ) oder aber beim Vertikalangeln gefischt.

V-Tails gehören daher ganz klar in die Gruppe der No-Action Köder.


Pin-Tail

Pin-Tails werden hauptsächlich zum DS fischen genutzt, durch feine Bewegungen der Rute, kann man dem kleinen nadelförmigen Schwanz eine schöne Zitterbewegung einhauchen. Auch Pin-Tails gehören zu den No-Action Ködern.


Fransenköder

Fransenköder zeichnen sich durch eine Vielzahl von dünnen Fasern am Schwanzende aus. Diese Köder werden hauptsächlich beim Vertikal- und DropShoten eingesetzt. Die dünnen Fasern bewegen sich sehr gut in der Strömung und auch durch das bewegen der Rute. Es entsteht ein quasi pulsierendes Schwanzende, welches besonders bei Barsch und Zander sehr beliebt ist. Fransenköder sind eher der Kategorie Low-Action zuzuordnen.


Shad / Schaufelschwanz in der Unterscheidung

Die wohl häufigste und universellste Form des Shads. Aber auch bei dieser Köderform gibt es gravierenden Unterschiede, die den jeweiligen Einsatzbereich unterscheiden. Es gibt Köderformen mit einer schlanken oder bauchigen Siluette, die das Laufverhalten unter Wasser beinflussen. Der wohl aber wichtigste Unterschied ist die Form und Ausführung des Schwanzendes. Je nachdem wie die Schwanzschaufel ausgerichtet ist, bewegt sich der Shad Unterwasser. Man unterscheidet dabei folgende Formen :


  • 90-Grad-Teller an kurzer Wurzel: Da der Schwanzteller im rechten Winkel zum Körper steht, bewegt sich dieser schon beim geringsten Zug und sorgt außerdem für eine Kippbewegung des Körpers.
  • 90-Grad-Teller an langer Wurzel: Diese Form wird am häufigsten zum Angeln im Freiwasser genutzt, da die lange Schwanzwurzel dem Köder ein eher natürliches Schwimmverhalten verleiht und auch dafür sorgt, das der Köder nicht so schnell absinkt, sondern eher eine taumelnde Bewegung ausführt.
 
  • Angeschrägter Tellerschwanz: Diese Form gehört schon zu den Low-Action Ködern, da durch die Schräg Stellung des Tellers eher eine ruhige, ja fast zitternde Bewegung verursacht wird.
 
  • Hammerschwanz (Wedge Tail): Diese Form des Schwanztellers zeichnet sich durch eine stark verdickte Flossenform aus. Diese entfaltet eine sehr starke Vibration des Köders, die bei größeren Ködern bis in die Rute zu spüren ist. Dieser Köder ist eine echte Alternative, wenn auf Klasische Tellerformen keine Bisse erfolgen.
 

 

Action

Actionköder sind Köder, die bei geringstem Zug an der Schnur oder aber schon beim Absinken im Wasser ein lebhaftes Spiel entwickeln. Diese Köder weisen einen großen Teller am Schwanzende auf. Dieses Spiel kann von einer kompletten rollenden ( schwankenden ) Bewegung des Köder bis zu einem hektisch zitterndem Schwanz ausfallen,

Low Action

Diese Köder besitzen ähnlich wie Actionköder noch ein Eigenspiel, allerdings fällt dieses wesentlich ruhiger aus. Das Spiel zeichnet sich durch ein leichtes Rollen und zittern des Schwanzes aus. Diese Köder gibt es mit kleinem Tellerschwanz, Fransen oder Twisterschwanz.

No Action

Wie der Name schon sagt, haben diese Köder kein Eigenspiel, das heißt hier kommt es auf den Angler an dem Köder ein Eigenleben zu verschaffen. Diese Köder sind hauptsächlich mit V- oder Pintailschwänzen ausgestattet. Gefischt werden diese Köder Vertikal oder am DS-Rig.


Tubes

Wie der Name schon sagt ( Tube = Rohr/Röhre ) bestehen diese Köder aus einem hohlen oder aber mit Luft gefülltem Körper und einen fransenartigen Ende. Früher als „Flying Lure“ aus dem Fernsehen bekannt und stark belächelt, werden diese Köder nun viel häufiger eingesetzt. Man kann die Tubes klassisch am Jig und aber auch an Finesse-Rigs fischen. Beim Fischen am Finesse-Rig kommt der Hohle bzw. luftgefüllte Bereich des Köders zu seiner vollen Entfaltung. Durch die eingeschlossene

Luft, schwebt der Köder fast schwerelos über Grund oder aber trudelt sehr langsam in dessen Richtung. Bei dieser Variante wird dem Fisch eine Art Krebs oder Insekt vorgetauscht.

Sie kann man als Softjerks gut nutzten oder am C oder T-Rig Fischen wo sie am meisten eingesetzt werden. Unterwasser bewegt sich die Tube Jerk artig und ähnelt einen Krebs bei der Flucht, aber auch anders herum lassen sie sich Fischen und man kann auch ihn ihnen Auftriebskörper oder Duftschwämchen tun so lässt die Tube sich sehr Varianten reich führen.


Twister

Der Twister einer der ältesten und bekanntesten Softbaits in Deutschland der auf keinen Fall zu unterschätzen ist. Ihn gibt es auch als Doppelschwanzausführung. Er hat schon bei wenig Zug eine große Eigenaktion so wird er  in kleineren Ausführungen gerne zum Forellenangeln genutzt. Aber auch zum Barsch, Hecht und Zander fischen und sehr gerne als Beifänger fürs Dorschangeln wird der Twister verwendet. Ein Köder den viele abgeschrieben und fast vergessen oder sogar aus Ihrer Köderbox verbannt haben.. Der erste aus weichen Silikon gegossene Twister war der "Curly Tail" von Mister Twister aus dem Jahr 1972.Vorher gab es nur steife Würmer und Maden. Mister Twister war ein voller Erfolg in der Branche und war ab da nicht mehr aus der Angelbranche weg zu denken, man könnte sagen der Twister ist die Mutter aller Softbaits!


Frösche

 Frösche sind für den Top-Water Bereich gedacht. Diese Köder sind aus einer viel härteren Gummimischung und von innen hohl. Bei einem Biss wird das Gummi zusammengedrückt und gibt so die versteckten Hakenspitzen frei.

Bei einem Biss sollte der Anhieb etwas verzögert erfolgen, damit der Köder richtig im Maul verschwindet. Diese Köder gibt es auch als Mäuse oder Rattenausführung. Eine wirklich spannende Methode, die ein hohes Suchtpotenziel enthält.

Hier ein kleines Video von Christian wie er im Graben mit der Baitcaster und einen Oberflächen Frosch fischt. Der Graben ist grade mal 30-50cm tief und voll von Wasserpflanzen. Hier hätte jeder andere Köder versagt, den Frosch kann man dort im Cover sehr schön einsetzen. Wie im Video zu sehen, sitzen auch in so kleinen Gräben gerne mal schöne Hechte.



Creature Baits

Diese Köder sollen an Krebse, Insekten, Frösche  und manchmal auch an nix errinnern. Auszeichnen tuen sich diese Köder durch die meistens sehr vielfältigen Paddel, Flossen und Arme und werden hauptsächlich an den Finesse-Rigs gefischt, da man mit diesen Techniken den genaue Bewegungsablauf der Beute Nachahmen kann. Es gibt aber auch Köder, die eher aussehen wie kleine Aliens und keiner Natürlichen Beute ähneln, trotzdem sind diese Köder, gerade im Winter ein echter Fanggarant.


Gummikrebse

Gummikrebse sind sehr beliebt bei uns und eigentlich gehören auch sie zu den Creature Baits.

Sie werden gefischt am Jig, T und C Rig so wie am Rubberjig. Sie sehen einen Krebs sehr ähnlich und werden üblich von hinten angeködert so das die Scherren schön nach vorne zeigen. Bei einigen Krebsen ist sogar Luft in den Scherren, zupft man diese jetzt an zum bsp. am Tip Up Jig so sieht es aus als wenn ein Krebs auf der Flucht ist.


Soft-Bugs

 Diese Köder sind, wie der Name schon sagt, an Käfer und andere Insekten angelehnt.

(Bug = Käfer / Insekt ) Dieser Köder wird am häufigsten zum Oberflächennahe fischen genutzt, dabei hauptsächlich auf Döbel und Forellen. Man kann diese Köder an leichten Haken direkt an der Oberfläche präsentieren, da die Köder eingearbeitete Luftkammern haben. Dabei lässt man den Köder mit der Strömung abtreiben oder ab zupft diesen übers Wasser.

Aber auch am DS-Rig kann man diese Köder erfolgreich einsetzen.

Gerade im Sommer, wenn viele Insekten unterwegs sind, spielen diese Köder ihre vollen Trümphe aus.


Flying Lures

Der grosse Vorreiter der Tubes war sicher der Flying Lure aus der bekannten TV Werbung der 80iger Jahre. Diese waren der absolute Hit und so schwabten immer mehr Köder und Techniken von den USA und Japan zu uns nach Deutschland. So gibt es sehr viele Arten von verschiedenen Gummis aus Extrem Weichen Material oder Gemischte Materialien. hier noch mal der TV Spot zu, Flying Lure weil dieser einfach Kult ist!

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Softjerks

Softjerks sind die gummierte Antwort auf Hardbaits. ( Wobbler, Jerkbaits ) Am Offsethaken angeködert, lassen sich diese Köder je nach Beschwerung durch alle Wasserschichten jerken.

Jerken bedeutet das die Köder durch Schläge mit der Rute in ruckartigen Bewegungen durchs Wasser geführt werden. Aber auch einfaches Einleiern funktioniert damit.

Softjerks sind mit einem weitem geschlitztem Bauch versehen, in diesem Schlitz wird der Offsethaken versteckt, den Offsethaken kann man dann je nach gewünschter Lauftiefe des Köders mit Gewichten beschweren.Der Vorteil dieser Methode liegt darin, das die Hakenspitze am Köder anliegt bzw. im Köder versteckt ist. Dadurch können diese Köder perfekt durch Äste, Kraut und Seerosenfelder geführt werden wo andere Köder versagen würden, durch zuviel Hängergefahr oder schlechten Lauf.


Swimbaits

Aus vielen ködern kann man Swimbaits machen in dem man diese einfach anders anködert an einen Offsethaken.Swimbaits werden nach dem Auswurf gleich wieder gleichmäßig eingeholt. Mal sind diese auftreibend mal sinkend. Viele Swimbaits sehen einen Fisch sehr ähnlich genau so das laufverhalten und sie reagieren schon beim leichten zug auf die Schnur. Werden sehr gerne genutzt in sehr klaren Gewässern, Hechte haben sie zum Fressen gerne.


Lizards

Lizards sind bei näherem Betrachten eine Form von CreatureBaits, aber mit einer klaren Vorstellung von dem was sie Imitieren sollen. In diesem Fall sollen Eidechsen oder Molche nachgeahmt werden. ( Lizard = Eidechse )Sie werden hauptsächlich für das Schwarzbarschangeln genutzt und sind in Deutschland nicht wirklich relevant. Unten noch zwei Videos damit man eine Vorstellung von diesem Köder hat.



Trailer Baits

TrailerBaits sind keine Köder im herkömmlichen Sinne. Trailer bedeutet in etwa soviel wie Anhängen, daher erklärt sich dann auch Ihr Einsatzgebiet. Diese Köder dienen zur Erweiterung von vorhandenen Ködern / Montagen.

Am verbreitetsten sind TrailerBaits für das fischen am SkirtedJig und am SpinnerBait. Dabei werden die TrailerBaits als Zusätzlicherköder aufgezogen und geben dem eigentlichen Köder ein veränderbares Aussehen und eine vergrößerte Form. Es gibt spezielle Trailer, die nur für dieses Einsatzgebiet gefertigt werden, theoretisch eignen Sich aber alle Gummiköder als Trailer.



Gummi Würmer

Die wohl beste Kopie der Natur stellen die Gummiwürmer dar. Diese Köder werden an diversen Finesse-Rigs gefischt, wobei das Wacky- und Necko-Rig die wohl effektivsten Methoden sind. Aber auch beim DS-Rig lassen sich die Würmer sehr gut präsentieren. Durch leichtes Zucken mit der Rute, kann man den Würmern eine wunderbar zitternde Bewegung verleihen, die gerade für Barsche unwiderstehlich erscheint.


Aromatisiert

Wer mit Softbaits angelt wird bemerkt haben, das einige Köder sehr stark nach Gummiriechen. Aber es gibt diese auch mit Flavour in den verschiedensten Geschmacks und Duftnoten. Von Fischöl, Tintenfisch, Wurm, Knoblauch, Anis bis Erdbeere ist alles dabei. Man kann aber auch selber seine Köder mit Geschmack ausstatten, was gar nicht so schwer ist.

Wenn man seine Köder selber tunen möchte, kann man das relativ einfach zuhause durchführen. Man kann seine Köder mit div. Geschmäckern ausrüsten, wenn man diese mit einer Spritze in den Köder einimpft. Dieses funktioniert mit Ölen am besten, aber auch handelsübliche Fischsauce aus dem Asiabereich funktioniert.

Für einen attraktiven Knoblauchgeschmack, kann man seine Köder einfach in einer Box mit gehackten Knoblauchzehen aufbewahren. Bereits nach wenigen Stunden ist der Geruch dann auf den Köder übergegangen und wenn der Geruch nach einigen Würfen verschwindet, einfach wieder in die Box und auftanken lassen.


Rasseln (Köderrasseln)

Bereits beim Fischen mit Wobblern kann der Einsatz von Rasseln im Köder den einen oder anderen Fisch an den Haken bringen. Warum dann nicht auch Rasseln beim Softbait einsetzen? Rasseln bekommt man im Fachhandel in verschiedenen Ausführungen gekauft. Standardmäßig sind die Rasseln in einem kleinem Kunststoffröhrchen eingeschlossen, welches man Problemlos in jeden Softbait einschieben kann. Manche Hersteller haben bereits Rasseln in Ihren Ködern vom Werk ab, andere haben ein kleines Loch gelassen, worin man die Rasseln verstecken kann.


UV-Aktiv

Einige Köder sind mit einer UV-Aktiven Farbe ausgestattet, diese Eigenschaft verleiht den Ködern eine bessere Sichtbarkeit Unterwasser und macht an manchen Tagen den Unterschied aus. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen auch, dass Fische UV-Farben sehen können und das auch einige von Ihnen selber eine UV-Aktive Farbe besitzen. Der Klassiker unter den UV-Aktiven Ködern ist der bekannte Japanrote Twister der Meeresangler.


Gesalzen

Kein neuer, aber durchaus erfolgreicher Trend bei vielen Firmen ist das Herstellen von gesalzenen Ködern. Dabei wird den Ködern bereits in der Gummimischung eine spezielle Art Salz beigemischt. Dieses Salz verbreitet im Wasser eine feine Spur, welches die Fische auf den Köder aufmerksam machen und auch die Zeit in der der Köder im Maul des Fisches ist verlängern soll.

Ein weiterer Vorteil des Salzes im Köder ist, das er dadurch leichter im Wasser wird.

Man sollte darauf achten, das gesalzene Köder niemals nass oder sogar in einer nassen Box aufbewahrt werden, da sich sonst das Salz auflöst und den Köder zerstört.

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