Morgenstund hat Gold im Mund

Diese Woche hatte ich (Stefan) mir fest vorgenommen den lang ersehnten 30 Pfünder auf die Abhakmatte zu legen. Hierfür hatte ich 3 Nächte eingeplant, in denen ich dieses Ziel erreichen wollte.

 

Ein paar Tage vorher hatte ich schon mein Hausgewässer erkundet und festgestellt, dass die Karpfen dort zur Zeit sehr aktiv sind, die Voraussetzungen für mein Vorhaben ideal sind und ich letztes Jahr unter den gleichen Bedingungen meinen PB auf fast 26 Pfund erhöhen konnte. Die Motivation stieg dadurch natürlich und ich schnappte mir meine Karpfenausrüstung.....

 

.....nachdem ich alles aufgebaut hatte, hieß es erstmal ab auf den Stuhl, was essen, abschalten und den Sonnenuntergang genießen.

Am ersten Tag war es sehr warm und die Karpfen waren bis in die Nacht hinein sehr aktiv an der Oberfläche, aber irgendwann mussten sie ja mal in Richtung Grund ziehen, um sich den Magen vollzuschlagen. Am nächsten Morgen kam dann gegen 7 Uhr der lang ersehnte Run, nach ca. 10-15 Minuten Drill konnte ich meinen allerersten Zeilenkarpfen landen. Dies war mir in den fast 25 Jahren, die ich angel noch nie gelungen und dann war es noch ein richtig schöner von 20 Pfund und 150g.

Nach diesem Fisch tat sich nichts mehr, aber ich konnte neue Erkenntnisse sammeln, da ich beobachten konnte wo die Karpfen zu welcher Uhrzeit fressen. Nach einem Tag Pause, an dem es sehr viel geregnet und gewittert hatte ging es in Runde zwei mit neuen Erkenntnissen und viel Motivation durch die Sitzung davor. Wieder wurde alles aufgebaut und ich habe es mir gemütlich gemacht. Die Ruten habe ich dieses Mal aber anders abgelegt, da ich ausprobieren wollte, ob meine neuen Erkenntnisse mir vllt einen Fisch mehr bringen.

 

Diese Nacht sollte nicht so ruhig werden wie die erste, so kreischte gegen 2 Uhr der Bissanzeiger los und ein sehr schöner Drill begann. Der Karpfen, der dieses Mal am Haken war, verlangte mir ein wenig mehr ab, da er auf biegen und brechen in die Büsche am Ufer schwimmen wollte. Ich konnte ihn ganz gut lenken, aber er hatte es kurz geschafft einen Busch zu erreichen, zum Glück gab das Safety Rig das Blei frei und ich konnte den Karpfen problemlos weiter drillen. Zum Vorschein kam ein schöner Karpfen von 25 Pfund und 120g bei 86cm.

Beim Schießen der Fotos musste es natürlich sein, dass ich mir die Hand beim abwischen im Gras aufschneide. Normal habe ich nur beim Hechtangeln kaputte Flossen, warum also auch nicht beim Karpfenangeln...

 

Nach der Überraschung in der Nacht tat sich erstmal gar nichts mehr und ich wartete auf den Sonnenaufgang.

Der Sonnenaufgang war sehr schön und ich konnte die Eisvögel beim Jagen beobachten bis ich zu meiner linken Rute schaute und meinen Augen nicht traute. Auf meiner Rute hatte sich ein Eisvogel gesetzt und verschluckte gerade einen kleinen Fisch und ließ sich nicht von mir dabei stören. Ich versuchte langsam zu meiner Kameratasche zu greifen, aber sobald der Reißverschluss ein Geräusch machte, war er leider weg. Ein wenig habe ich mich darüber geärgert, da es einmaliges Bild für mich gewesen wäre.


Doch kurze Zeit später wurde die idyllische Ruhe am Teich durch kreischen des Bissanzeigers gestört und ich begann wieder zu drillen, in der Hoffnung, dass der heiß ersehnte 30er am anderen Ende hängt. Zum Vorschein kam ein schöner Karpfen von 22 Pfund 400g bei 83cm Länge, die Freude über diesen Fisch war natürlich trotzdem groß.

Danach passierte nichts mehr, ich beobachtet noch ein wenig die Aktivität der Karpfen und packte dann ein.....

 

..... Am dritten und letzten Tag ging es ein wenig früher ans Wasser, gegen 19 Uhr hatte ich schon alles aufgebaut und konnte es mir gemütlich machen. Da ich von den Vortagen noch ziemlich kaputt war habe ich mich gegen 2 Uhr hingelegt , den Funkempfänger der Bissanzeiger direkt neben meinen Kopf gelegt und erstmal eine Runde geschlafen. Irgendwas wird mich schon wecken dachte ich mir und dies sollte um 6 Uhr morgens der Fall sein. Neben meinem Kopf kreischte der Funkempfänger los (man ist das Teil laut) und riss mich aus dem Tiefschlaf, trotzdem hatte ich 5 Sekunden später schon die Rute in der Hand und den Fisch im Drill. Der Drill gestaltete sich als sehr nervenaufreibend, da der Karpfen überall hin wollte, wo er nicht hin soll. Nach ca. 10 Minuten Drill konnte einen Karpfen von 18 Pfund und 360g bei 78cm landen.

 Dies sollte der letzte Fisch an diesen drei Tagen sein, so genoss ich noch ein wenig den Sonnenaufgang und das Wetter und packte schließlich ein.

 

Zum Abschluss bleibt mir nur zu sagen, dass es nicht die letzten Nächte dieses Jahr gewesen sind, ich mich sehr über jeden Fisch gefreut habe und mit den Erfahrungen, die ich gesammelt habe vllt bald den 30 Pfünder auf die Abhakmatte legen kann.

 

Mfg und Tight Lines

 

Stefan


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Kommentare: 2
  • #1

    Stefan Jung (Donnerstag, 07 April 2016 09:48)

    Hut ab für deinen Einsatz am frühen Morgen. Ich würde von dem Funkgerät zwar auch aufwachen, aber es glaube nicht so schnell schaffen zur Rute zu rennen. Das muss man erstmal können!

    Gruß
    Stefan

  • #2

    Peter (Donnerstag, 26 Mai 2016 18:29)

    Hey Stefan,

    Glückwunsch zu den Prachtexemplaren! :) Der Frühe Vogel fängt den Wurm bzw. den Karpfen :D Sieht auf jeden Fall nach 3 tollen Tagen aus die du da hattest.

    LG, Peter