Interview mit Florian Läufer

Hallo Florian,

schön, dass du einem Interview mit uns zugestimmt hast. Du bist ein bekannter Angler,Weltenbummler, Journalist, Fotograf, Team Angler bei Hardy & Greys und Buchautor. Viele kennen dich aus vielen Fachzeitschriften mit wunderschönen Fotos und spannenden Berichten.

Angeln ist Leidenschaft:

Magst du uns ein wenig über deinen Werdegang erzählen?

Florian Läufer:

Ich freue mich sehr, bei eurem Blog als Gast dabei zu sein, Christian. Mein anglerischer Werdegang? Oh je, wo soll ich anfangen und wo aufhören? Zum Angeln bin ich gekommen, weil ich dazu gezwungen wurde als ich 13 Jahre alt war – von meinem Vater. Er beschloss, dass seine Ruten aus Kindheitstagen mit in den Familienurlaub nach Bayern genommen werden und drohte an, mich mitzunehmen. Nichts schien mir langweiliger, als im Urlaub hinter Angelruten zu hocken. Ok, mein Dad zog das Ding also durch und entgegen meinen Erwartungen gefiel es mir sogar, die Rotaugen und Brassen einzukurbeln. Die zweite Woche des Urlaubs verbrachte ich dann ausschließlich am Wasser. Mein Vater hatte schon längst keine Lust mehr zum Angeln, also schlug ich mich alleine durch und wurde zum Angler – und das bis zum heutigen Tage von ganzem Herzen. Nach dem Urlaub wurde ich sofort Mitglied in einem Angelverein. Von jetzt an gab es kein Halten mehr. Ich angelte einige Jahre erfolgreich in der Wettkampfgruppe des Vereins, erreichte mehrere Jahre lang vorderste Platzierungen bei den Hamburger Meisterschaften und erreichte einen Medaillenplatz bei der Deutschen Meisterschaft. Irgendwann wollte ich dann aber mal "richtige" Fische drillen. Das Boilieangeln schwappte gerade nach Deutschland über und ich verfiel dem modernen Karpfenangeln für etliche Jahre. Klar, dass ich die dicken Brocken mit dem Fotoapparat ablichten wollte. Und so fuchste ich mich in beides ziemlich rein.

Die Fische wurden immer größer, die Fotos immer besser. Anfang der Neunziger Jahre veröffentlichte ich in der Angel-Woche meinen ersten Artikel übers Graskarpfenangeln in der Elbe, später kamen viele Artikel in den Karpfenmagazinen dazu. Nach einigen Jahren suchte ich nach weiteren Herausforderungen (und größeren Fischen) und unternahm erste Angelreisen in exotische Länder. Damit war meine dritte Leidenschaft – das Reisen – geboren. Inzwischen hatte ich mit der Rute & Rolle mein Lieblingsangelmagazin gefunden und es entstand eine große Nähe zur Redaktion. Die Jungs tragen übrigens maßgeblich die Schuld daran, dass ich nun auch noch mit dem Raubfischvirus infiziert wurde. Man darf die Redakteure durchaus als "angelverrückt" bezeichnen – echte Profis. Was irgendwann beim besten Willen gar nicht mehr geklappt hat, war die Finanzierung der Reisen, des Tackles und der Fotoausrüstung. In früheren Jahren habe ich manchmal einen Teil meines Tackles verkaufen müssen, um die nächste Reise zu finanzieren. Als ich dann nach zwei, drei Wochen wiederkam, hatte ich natürlich keine Ruten mehr für die heimische Fischerei oder musste mir bei Kumpels eine Rolle

leihen. So konnte es nicht weitergehen, also dachte ich über ein Sponsoring nach. Es kamen nur eine Handvoll Hersteller für mich in Frage und ich bin überzeugt, mit Hardy & Greys letzten Endes beim allerbesten gelandet zu sein. Inzwischen hat es für mich schon längst nichts mehr mit dem klassischen Sponsoring zu tun. Ich bin stolz darauf, die Marke repräsentieren zu dürfen, meine Erfahrungswerte einfließen zu lassen und meine Fotos in den Verkaufskatalogen zu sehen.

Angeln ist Leidenschaft:

Na du bist ja voll aus gebucht ;) und zeigt deine Leidenschaft in sachen Angeln

Wie siehst du die Situation in Deutschland hinsichtlich der ewig andauernden Diskussion übers Catch&Release?

Florian Läufer:

Grundsätzlich halte ich alle Meinungen für schwierig, die keinen Blick nach links oder rechts erlauben, die nur schwarz oder weiß kennen, für schwierig. Das trifft auf alle Lebensbereiche zu. Ich habe große Sympathie für den Gedanken des C&R, zur Religion sollte es aber nicht ausarten. Wenn mal jemand einen Fisch für die Pfanne entnimmt – bitte! Regelrechte Tiefkühllager anzulegen oder dem Nachbarn vom Nachbarn auch noch einen Fisch mitzubringen, betrachte ich aber für sträflichen Raubbau. Ich denke, dass die Regelung, ein "Küchenfenster" einzuführen, also die kleinen und großen Fische zu schützen, eine legale und sinnvolle Methode wäre, mit der beide Seiten leben könnten. Was mich wirklich stört, ist bei der momentanen Gesetzeslage die Bevormundung der Angler. Wir sind das einzige Land, in dem man als Angler eine Prüfung ablegen muss, um einen Angelschein erwerben zu können. Das ist sooo schlecht nicht, denn damit können wir uns als gut ausgebildete Fachleute mit ausgezeichnetem Hintergrundwissen bezeichnen. Und jetzt will man uns allen Ernstes per Gesetz vorschreiben, wie wir mit unseren Fängen umzugehen haben? Damit wird uns doch gleich wieder jeglicher Sachverstand abgesprochen. Das ist ziemlich verrückt, oder? Wir brauchen weder Gesetztgeber, noch Verbands- oder Vereinsvorstände, die uns Entscheidungen zum Umgang mit dem Fang machen müssen. Entscheiden können wir selbst viel besser, aber jeder nach seiner eigenen Philosophie, bitte schön.

Angeln ist Leidenschaft:

Ein neues Buch von dir und Claus-Peter Jobski ist ja vor kurzem erschienen: Das Kochbuch für Angler" Uns würde interessieren, wie es zu diesem Werk gekommen ist. Wir können uns noch sehr gut an das Buch "Rapfen – Jäger der Flüsse" errinnern. Damals sagtest du, dass du dich erst mal auf andere Sachen konzentrieren möchtest.

Florian Läufer:

Ha,Ha...das wollte ich auch! Aber man muss die Feste eben feiern wie sie fallen. Im Ernst: Das Rapfenbuch war bereits ein halbes Jahr auf dem Markt und erhielt unglaublich gute Bewertungen und Rezensionen. Das 

Buch ist also eingeschlagen wie eine Bombe. Was gibt es Schöneres als Autor, wenn man so ein Feedback erhält? Wer Musiker ist, möchte dass den Leuten die Musik gefällt. Wer Maler ist, möchte, dass die Betrachter die Bilder mögen. Genauso ergeht es mir als Autor und Fotograf. Mehr oder weniger aus heiterem Himmel ergab sich dann die Möglichkeit dieses Kochbuch zu machen. Claus-Peter ist ein hervorragender Hobbykoch, der neben dem Angeln das Kochen "lebt". Und da ich den Beruf des Koches gelernt und über 10 Jahre ausgeführt habe und gut mit dem Fotoapparat umgehen kann, ergab sich irgendwie diese Kooperation mit dem Kochbuch. Und "schwupps", jetzt ist es plötzlich auf dem Markt. Das ging schneller als erwartet, war aber tatsächlich ein Haufen Arbeit in sehr kurzer Zeit.

 

Angeln ist Leidenschaft:

Magst du uns ein wenig über "Das Kochbuch für Angler" erzählen? Was erwartet uns dort?

Florian Läufer:

Das Erste was ich tat, als die Idee an mich herangetragen wurde, war folgendes: Ich gab bei Amazon in der Suchleiste das Stichwort "Kochbuch" ein. Das Ergebnis waren 76.000 Treffer! Warum um alles in der Welt, sollten wir also das Sechsundsiebzigtausendunderste Exemplar herausbringen? Es war also klar, dass wir uns irgendwie abheben oder es zumindest anders machen müssen. Keine leichte Aufgabe! Von der Idee, eine plumpe Rezeptesammlung zu machen und einen Buchumschlag drumherum zu kleben, verabschiedeten wir uns schnell. Von Kochen nach Rezept lernt kein Mensch das Kochen, so wie niemand durch "Malen nach Zahlen" ein guter Zeichner wird. Und so haben wir uns dazu entschlossen, allerlei Grundlagen und Hintergrundwissen zu den wichtigsten Arbeitsgeräten und -techniken zu vermitteln. Das Thema der Lagerung von Lebensmitteln haben wir ebenso behandelt, wie die einzelnen Garmethoden. Dieses Wissen kann der Leser für sich als Grundlage für alle Rezepte dieser Welt als Gewinn aus dem Buch herausziehen. Aber selbstverständlich gibt es auch einen Rezeptteil mit 25 Rezepten zu den wichtigsten Angelfischen aus Süß- und Salzwasser. Darüber hinaus sorgen kleine, praktische Tipps, die wir in Extra-Kästchen eingebaut haben, für schnell umsetzbare Hilfe in der Küche. Das alles in gewohnt frech-lockerer Sprache und nicht als Lehrbuch á la "Ich erklär dir jetzt mal das Kochen". Ich bin sehr gespannt, wie das Buch angenommen wird!

Angeln ist Leidenschaft:

Florian, gab es eigentlich bei dir Probleme mit anderen Anglern, da ein Kochbuch ja nicht unbedingt für Catch & Release spricht? Auf den ersten Blick sieht es ja ein bisschen nach "Doppelmoral" aus.

Florian Läufer:

Darüber habe ich mir tatsächlich Gedanken gemacht, bevor ich für das Projekt zusagte. Wie ich schon oben sagte, bin ich ja für jede Form der Nachhaltigkeit. Es wird auf diesen Planeten keinen einzigen Angler geben, der mich jemals mehr als einen ein, zwei Küchenfische aus irgendeinem Gewässer hat entnehmen sehen. Und so wird im Buch auch darauf eingegangen, dass wir unseren Fisch am besten dort frisch halten, wo er sich am 

besten frisch hält: in seinem natürlichen Lebensraum! Da ist mir tatsächlich jeder Angler lieber, der hin und wieder einen "ehrlichen" Küchenfisch entnimmt als die, die zum Beispiel unter fragwürdigen Umständen auf tiefstehende Barsche oder Zander angeln. Erst dort kommt aus meiner Sicht die Doppelmoral ins Spiel: Werden die Fische aus großer Tiefe nach oben geholt, ist das oft ihr Todesurteil. Es gibt aber eine ganze Reihe Angler, die sich das Catch&Release auf die Fahne schreiben und diese Fische zurücksetzen. Dann mögen die armen Fische vielleicht noch aus eigener Kraft zurück in die Tiefe schwimmen. Aber nur, um am Gewässergrund zu verenden. Dem Angler ist das oft egal, schließlich sieht er ja das Ungemach nicht mehr... Und nun frage ich dich: Wer richtet größeren Schaden an? Der Angler, der gelegentlich einen Fisch zum Essen entnimmt oder die, die Dutzende Fische zum Sterben ins Wasser zurücksetzen und laut "Catch & Releeeease" rufen? Und jetzt kommt der Hammer: Ich habe bisher noch keine einzige negative Stimme zu dem Kochbuch gehört! Und ich war lange Jahre in der Karpfenszene unterwegs, wo striktes Catch & Release betrieben wird. Im Gegenteil, sehr viele Freunde, Bekannte und auch die faebook-Gemeinde nehmen das Projekt sehr positiv auf. Nun kann es natürlich sein, dass hinterm Rücken negative Stimmen laut werden, aber die Leute sind mir sowieso ziemlich egal. Prinzipiell habe ich aber keine Probleme damit, wenn jemand anderer Meinung ist. Denn das habe ich schon früh gelernt: Dass durchaus verschiedene Meinungen nebeneinander existieren können!

Angeln ist Leidenschaft:

Was würdes du dir wünschen für die Zukunft der Angelei in Deutschland?

Florian Läufer:

Ich würde mir wünschen, dass die Regelungswut, über die wir vorhin gesprochen haben, hier in Deutschland abnimmt. Einfach, dass wir eigenverantwortlich handeln können und dass auch unsere Kinder noch dieses wundervolle Hobby ausüben können.

Angeln ist Leidenschaft:

Wir freuen uns immer deine schönen Fotos anschauen zu dürfen und deine Berichte zu lesen. Hast du eigentlich auch noch Vorbilder oder hat dich in deiner Geschichte ein Angler immer wieder faziniert?

Florian Läufer:

Na klar habe ich das! Durch meinen Job komme ich regelmäßig mit den allerbesten Anglern in Kontakt und gehe mit ihnen angeln. Da gibt es so einige, die mich aufgrund ihrer herausragenden Fähigkeiten faszinieren. Viele davon sind Spezialisten in ihrem jeweiligen Gebiet und sind hervorragende Karpfenangler, tolle Kunstköderangler oder super Meerforellenangler. Wo ich aber am liebsten zusätzlich gleich noch einen

Hofknicks hinlegen würde ist bei Anglern, die als Allrounder unterwegs sind und alle Methoden gleich gut beherrschen. Solche guten Leute sind wirklich selten, weil diese beeindruckenden Fähigkeiten sehr viel Erfahrung brauchen. Der Holländer Arnout Terlouw fällt mir da zum Beispiel ein. Meine beiden Rute&Rolle Kollegen Arnulf Ehrchen und Tobias Norff sind ebenfalls sehr komplette Angler und der erst Zwanzigjährige Guido Hill hat auch ein sehr gutes Talent. Der beste Angler, den ich je kennengelernt habe, ist aber mein Freund Jan Borek, der in Brandenburg den kleinen Angelladen "Fishing-Pro-Plaue" führt. Ich habe keine Ahnung WIE er es macht, so kontinuierlich kapitale Fische aller Spezies zu fangen. Vermutlich sind es übernatürliche Fähigkeiten oder gar Schlimmeres. Fakt ist, dass er ein echter Profi ist und viele meiner eigenen Fische habe ich ihm zu verdanken, weil wir gemeinsam los waren und er den richtigen Riecher für neue Stellen hatte. Und das Beste daran: er ist noch nie, nie, nie überheblich dabei geworden! Was mich ebenfalls beeindruckt, sind die genialen Fotos von dem Fliegenfischer Stephan Gian Dombaj und die Fotos und Filme von Daniel Göz, ebenfalls Fliegenfischer. Na ja und dann gibt es noch etliche andere, beeindruckende Angler, von denen man aber noch nie etwas in der Öffenlichkeit gehört oder gelesen hat, die mir aufgefallen und in Erinnerung geblieben sind.

Angeln ist Leidenschaft:

Florian du bist ja auch Fotograf und machst viele Bilder für Zeitschriften und hast eine eigene Webseite www.angelfoto-archiv.de , die Bilder geben eine tolle stimmung wieder erzähle uns doch bitte etwas dazu:

Florian Läufer:

Vielen Dank für das Lob! Meine Bilder sind im Laufe der Jahre tatsächlich immer besser geworden. Als ich vor knapp 20 Jahren mit dem Fotografieren anfing, wollte ich solche Bilder, wie man sie in den Zeitschriften sah, machen. Irgendwann klappte es immer besser Als ich mein Ziel erreicht hatte, kam der Drang auf, noch bessere/andere Fotos wie in den Zeitschriften zu machen. Ich bin Autodidakt und habe mir das Fotografieren selbst beigebracht, deshalb war es auch ein Haufen Arbeit und viele, viele misslungene Aufnahmen gehörten leider auch immer dazu. Meine Fotos haben mir stets viele Türen geöffnet und ich konnte sie in den meisten Zeitschriften, denen ich meine Artikel anbot, veröffentlichen. Die erzielten Honorare steckte ich jahrelang in immer besseres Equipment, mit dem ich die Qualität der Bilder stetig verbessern konnte. Inzwischen bekomme ich fast wöchentlich Anfragen von Internetshops, Firmen und Privatpersonen, die meine Bilder nutzen wollen. Vor einiger Zeit habe ich auf meiner Webseite einen Postershop eingerichtet, in dem man sich einige meiner Arbeiten als großformatigen Abzug, auf Leinwand oder Acrylglas bestellen kann. Das sind dann tolle Schmuckstücke für Büro, Hobbykeller oder Vereinsheim. Ich bekomme sehr viel Lob für diese Bilder. Vielleicht mag ja mal jemand reinschauen, unter: http://angel.fotograf.de/seite/Poster-Shop

Angeln ist Leidenschaft:

Vielen lieben Dank das du dir die Zeitgenomen hast. Es war hat uns sehr gefallen mit dir das Interview zumachen, wir Wünschen dir in deiner Angellaufbahn noch viele schöne Fische, tolle Fotos und freuen uns schon darauf wieder von dir zu Lesen.

Unsere Lesern wünschen wir viel Spaß mit diesem Interview .  

 

LG  

 

Angeln ist Leidenschaft


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